Quellenstandards
Woher peilios Zahlen kommen.
Jede peilio-Prognose ist ein maschinell gewichtetes Evidenzurteil – keine Meinung, keine Redaktionsstimme. Hier steht vollständig, wie sie zustande kommt: Verfahren, Gewichte, Grenzen.
01Verfahren vor Meinung
Eine peilio-Prognose entsteht in einem festen, mehrstufigen Verfahren: Quellen werden gesucht, klassifiziert, gegeneinander gewichtet und erst danach in eine Wahrscheinlichkeit überführt. Kein einzelnes Modell, kein einzelner Text und kein einzelner Akteur kann das Ergebnis allein bestimmen.
Wir entwerfen das Verfahren gegen Goodharting: Wer eine einzelne Quelle beeinflusst – etwa eine Umfrage oder eine Schlagzeile – kippt damit keine Prognose. Erst die gewichtete Gesamtlage entscheidet.
02Hybrid: Analyseperspektiven plus deterministische Mathematik
Die Evidenzsammlung und -interpretation läuft über mehrere spezialisierte Analyseperspektiven – darunter eine systematische Gegenprüfung, die gezielt nach Schwachstellen in der eigenen Einschätzung sucht. Bei der Auswertung der Quellentexte kommen Sprachmodelle zum Einsatz. Die eigentliche Berechnung – Aggregation, Konfidenzbereich, Kalibrierung – läuft jedoch in einer deterministischen Math-Engine ohne neuronalen Anteil.
Das heißt: Bei denselben Eingaben entsteht stets dasselbe Ergebnis, nachvollziehbar und reproduzierbar. Wahrscheinlichkeiten werden nie „gefühlt“ gesetzt.
Jede neue Prognose und deren Auflösung wird von unserer Redaktion geprüft und manuell freigegeben. Die täglichen automatischen Prognose-Updates unterliegen kontinuierlichen algorithmischen Prüfungen sowie automatischen Alerts bei signifikanten Abweichungen.
03Evidenz-Fundament
Prognosen stützen sich ausschließlich auf öffentlich überprüfbare Evidenz: Amtsdaten, Umfragen, Berichte etablierter Medien, Erwartungen etablierter Institute und Prognosemärkte. Strukturierte Primärdaten und Prognosemärkte bilden den statistischen Anker. Verifizierte Qualitätsmedien liefern die tagesaktuellen Echtzeit-Updates.
Auf der öffentlichen Seite zeigen wir diesen Fußabdruck anonymisiert anhand der eingeflossenen Quellenkategorien. Einzelne URLs und Mediennamen nennen wir bewusst nicht, damit keine Quelle zur Werbefläche oder zum Angriffsziel wird.
Nicht verwendet werden: einzelne Social-Media-Posts als Faktengrundlage, Boulevardmedien als primäre Quelle, PR-Mitteilungen oder gesponserte Inhalte als unabhängige Information, Quellen, die wiederholt nachweislich falsche Informationen verbreitet haben.
Eine Prognose ändert sich nur, wenn neue belastbare Evidenz vorliegt. Ein automatischer Wachdienst prüft die Nachrichtenlage zwischen den geplanten Läufen.
04Unabhängigkeits-Garantie
Keine Quelle, kein Kunde und kein Staat kann eine peilio-Prognose kaufen, ändern oder verhindern. Es gibt keine bezahlten Platzierungen und keine Kooperationen, die in Werte einfließen.
Die Redaktion greift nicht in laufende Prognosen ein. Eine Freigabe durch die Moderation ist ausschließlich ein Verfahrensschritt gegen Fehler – kein inhaltliches Vetorecht.
05Quellengewichtung
Nicht alle Quellen zählen gleich viel: Primärdaten von Behörden und Statistikämtern wiegen am schwersten, gefolgt von Leitmedien, Fachmedien und Instituten. Social-Media-Beiträge fließen nicht in die öffentliche Evidenzbasis ein.
Jede Quelle erhält einen Qualitätswert (QAI). Quellen mit nachlassender Verlässlichkeit verlieren schrittweise an Gewicht. Neuere Informationen wiegen schwerer als ältere. Wenn Quellen verschiedener Kategorien einander widersprechen, wird der Unsicherheitsbereich verbreitert – ein ehrliches „die Datenlage ist unklar“ statt einer falschen Sicherheit.
06Kalibrierungs-Transparenz
peilio-Werte werden auf 3–97 Prozent gedeckelt: Auf offene Fragen mit echtem Ausgang gibt es keine absoluten Gewissheiten. Zu jedem Wert gehört ein Konfidenzbereich. Extremwerte werden mathematisch gedämpft. Diese Parameter sind fest im Code verankert und unabhängig von den eingesetzten Sprachmodellen.
07Öffentliches Prognose-Archiv
Jede Prognose bleibt mit ihrem Stand zum Abgabezeitpunkt öffentlich sichtbar – auch wenn sie danebenliegt. Es gibt keine stille Korrektur.
Auch die Treffsicherheit der peilio-Engine selbst wird öffentlich gemessen – ihr Brier-Score erscheint, sobald die ersten zehn Prognosen aufgelöst sind.
Persönliche Gütemaße wie der Brier-Score und die Rangliste werden erst sichtbar, wenn eine Person mindestens zehn aufgelöste Prognosen vorweisen kann. So verhindern wir, dass Glücksserien als Kompetenz erscheinen.
peilio ist damit die erste Prognoseplattform im deutschsprachigen Raum, die ihre Trefferquote vollständig öffentlich dokumentiert.
Betreiber & Kontakt
peilio ist ein Angebot der MOON YORK GmbH, Düren. Fragen zu diesen Standards:kontakt@peilio.com.